Mittwochs am Meer

Mittwochs am Meer Alexander Oetker Fotocredit Hoffmann & Campe Dalslandliebe

Mittwochs am Meer

Autor: Alexander Oetker

Erschienen im Hoffmann & Campe Verlag

Veröffentlicht: Mai 2021

ISBN-13: 978-3-455-01096-1

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Einleitung

Ich habe dieses Buch vor Jahren gelesen und in diesem Sommer noch einmal. Das Wort „Meer“ weckt in mir ohnehin sofort Fernweh, doch in Kombination mit einem ganz gewöhnlichen Wochentag wie dem Mittwoch entsteht sofort eine direkte Verbindung: Aussicht auf eine kleine Flucht aus dem Takt von Pflichten und Terminen. Das Buch kann man nach Jahren immer mal wieder lesen oder auch nur Auszüge davon.

Die Geschichte spielt in Frankreich. Genauer gesagt in der Bretagne. Da hüpft mein Herz gleich noch einmal hoch.

Von Alexander Oetker habe ich bereits 5 oder 6 der französischen Krimis mit Commisaire Luc Verlain gelesen und ich mag seinen Schreibstil sehr.

Inhalt

„Mittwochs am Meer“ – das klingt nach Salz auf den Lippen, nach Wind im Haar und dem mutigen Entschluss, das eigene Regelwerk über Bord zu werfen. Genau darum geht es: Alexander Oetker erzählt nicht laut oder überzogen, sondern ruhig, bildreich und mit einem tiefen Verständnis für die Momente, in denen das Leben plötzlich die Richtung wechselt.

Protagonist Maurice

Im Mittelpunkt steht Maurice, ein Pariser Anwalt und Insolvenzverwalter, der seit vielen Jahren nach festen Mustern lebt. Diszipliniert, unnahbar und ganz auf Funktionieren programmiert.

Anmerkung: Kennen wir nicht alle diese Phasen?

Ein beruflicher Auftrag führt Maurice jeden Mittwoch in die Bretagne nach Cancale, wo er eine traditionsreiche Firma vor dem Ruin bewahren soll.

Das gewohnte Schema bricht auf, als sein Zimmer in der kleinen Pension vergeben ist und an der Rezeption Dominique steht. Ein unerwarteter Brief, ein Gedichtband und die offene Herzlichkeit dieser Frau bringen seine sorgfältig errichtete Mauer ins Wanken.

Aus einer ersten Begegnung wird eine wöchentliche Verabredung – und schließlich ein Sommer, der Maurices ganzes Verständnis von Nähe, Freiheit und Leben auf den Kopf stellt.

Alles, was in dieser Zeit entsteht, ist eine Fortsetzung von etwas, was hätte einmal sein können. Ein vertrautes Gefühl, eine unbestätigte Ahnung. Dominique wird mehr, als nur die Rezeptionistin. Zarte Bande werden geknüpft. Immer wieder Mittwochs.

Man muss keine Bilanzen in Paris prüfen, um zu wissen, wie leicht man sich in Routinen einrichten kann. Zwischen Projektfristen, Alltagsverpflichtungen und ständiger Erreichbarkeit verblasst manchmal das Gespür dafür, was einen eigentlich lebendig macht.

Maurices schrittweises Erwachen an der rauen Küste erinnert daran, wie viel Kraft darin liegt, der eigenen Intuition wieder mehr Raum zu geben.

Das Ende der Geschichte ist das Erkennen, über das, was hätte sein können, und das, was ist.

Der Autor Alexander Oetker

Alexander Oetker beweist mit diesem schmalen Band ein wunderbares Gespür für die französische Lebensart und die leisen Nuancen zwischenmenschlicher Nähe. Seine Sprache ist klar, feinsinnig und fängt die herbe Schönheit der bretonischen Küste so eindringlich ein, dass man das Meeresrauschen beim Umblättern förmlich hört. Ohne Kitsch, aber mit viel Wärme porträtiert er Menschen, die sich spät noch einmal neu entdecken.

Informationen zum Autor und seinen Veröffentlichungen finden sich auf seiner Website sowie auf Insta.

Meine Meinung

Diese Geschichte nimmt mit auf eine Reise, die weit über eine sommerliche Romanze hinausgeht: Es ist eine Erzählung über das Aufbrechen erstarrter Lebensmuster und den Mut, sich berühren zu lassen. Ein leiser, eleganter Roman, der zeigt, dass manche Wochentage das Potenzial haben, ein ganzes Dasein zu verändern.

Wer soll das Buch lesen?

  • Frauen wie Männer.
  • Menschen, die Fernweh nach Frankreich haben
  • Erwachsene, die in ihrem Alltag oft vergessen, dass das Leben nicht nur in den Ferien stattfindet.
  • Routinen zwar hilfreich sind, aber Abwechslungen uns spüren lassen, dass wir lebendig sind.
  • Das Buch öffnet den Spalt, den es braucht, um die Neugierde nach dem Warum zu erwecken.
  • Wer weiß, wie Liebe schmeckt

Lasst uns den Mittwoch feiern!

Mein Fazit zu “Mittwochs am Meer“

Ein Roman, der nicht bei der letzten Seite schließt. Vielleicht am Meer gelesen, aber in jedem Fall mein Buchtipp für das Zwischenmenschliche im Alltag.

Für alle, die die Bretagne lieben oder mitten im durchgetakteten Alltag einen Impuls zum Innehalten suchen: „Mittwochs am Meer“ ist eine berührende Erinnerung daran, dass das wahre Leben oft genau dort beginnt, wo die gewohnten Pläne enden.

Buchrezensionen
Sibille Kurdts
Fotocredit: Sibille Kurdts
@Dalslandliebe

Sibille Kurdts | Dalslandliebe

Buchliebhaberin und seit Kindesbeinen an eine leidenschaftliche Leserin. Mitglied in der Bücherei in Dalsland in Schweden. Der Zugang zu Büchern muss für jeden zugänglich sein.

Bei der Auswahl von Lektüre zählen für mich eine Tonalität, die mich sofort zum Weiterlesen reizt, Figuren, die mich überzeugen und Geschichten, die noch lange nach dem Zuklappen des Buchdeckels nachwirken. Jede Rezension beruht auf einem von mir selbst gelesenen Buch. Ich lese digitale Ausgaben und Paperback.

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