
Mit Graham on Tour – Unsere erste Reise
und warum es so besonders war. Unsere erste Reise startete in Skåne und führte uns hoch bis Umeå in die Region Västerbotton.
Von Skåne nach Umeå oder anders gesagt 1.400 km erlebte Natur. Es gibt Reisen, die setzen sich nicht nur in deinen Erinnerungen fest, sondern irgendwo tiefer – zwischen Herzschlag und innerer Stimme.
Unsere Tour durch Schweden. Wir sind Sibille und Holger und leben seit Januar 2021 dauerhaft in Schweden. Was wir aber vor allem sind: Reisende. Nicht, weil wir die meisten Länderpunkte auf der Karte gesammelt haben. Sondern weil wir es lieben, mit unserem Van und unseren Hunden unterwegs zu sein.
Seit 2026 sind wir auch zu Wasser unterwegs. Mit einem Bison 31 (Segelboot Jahrgang 1976).
2022 ging für uns ein Traum in Erfüllung
Eine zwei Monate lange mobile Reise quer durch Schweden. Also vom Süden, wo wir bis 2023 gewohnt haben, bis weit in den Norden bei Umeå. Umgeben von sich verändernden Wäldern, mittelgroßen Seen, der Ostsee und Städten, wie Kalmar, Sundsvall und Umeå. Gerade die Momente, die ganz leise, aber kraftvoll wirken, sind tief in uns verwurzelt.
Der Anfang: Ein vollgetankter Van und große Vorfreude
Am 30. April 2022 hieß es: losfahren. Holger, ich und unsere drei Hunde im selbst ausgebauten Fiat Ducato. Ich habe ihm den Namen Graham gegeben. So hieß unser Englisch Setter, den wir 2021 an Krebs verloren haben. Mein Seelenhund.
Die Route
Von Südschweden entlang der Ostküste bis hoch nach Umeå in Västerbotten – etwa 1.400 km nördlich von unserem Zuhause. Frei stehen, arbeiten aus dem Van, wandern, spontan bleiben – das war der Plan. Und genau so wurde es auch.

Unser Reisemobil
Wir sind mit dem selbstausgebauten Van der Marke Fiat Ducato und einer Länge von 6m unterwegs. Wassertank fasst 130 l und heizen können wir über Autotherm. Wir haben uns für Strom und gegen Gas entschieden. Wir nutzen zum Kochen eine Induktionsplatte mit 2 Feldern. Das Bett hat ein Breite von 160 x 200. Wir haben einen normalen Kühlschrank integriert und eine Trenntoilette eingebaut. Wir haben als Staufläche die Sitzbank, und Körbe, wo die Kleidung untergebracht ist.
Zwischen Vogelgesang und Lagerfeuer: Unser Reisealltag
Morgens Kaffee eingemummelt mit Blick aufs Wasser. Tagsüber wandern, kochen, Menschen treffen, Geschichten teilen. Manche Tage vergingen, ohne jemandem zu begegnen. Manchmal war das beruhigend. Manchmal beängstigend.
Ich stellte mir viele Fragen. Was, wenn etwas passiert? Wie viel Nähe geht auf so engem Raum? Wie viel Stille kann ich aushalten?
Antworten? Gab es nicht immer. Aber ich ließ die Fragen zu und weiterfliegen.

Regionen, die es uns angetan haben
- Hudiksvall – ein Lieblingsort mit ruhiger Kraft
- Gävleborg & Dalarna – Wälder, alte Höfe, Kultur und Natur im Einklang
- Jämtland – mit rauer Weite und dem Nationalpark Björnlandet
- Umeå – modern, jung, mit dem Västerbottens Museum und samischen Geschichten
Und dann war da noch die Region rund um die Höga Kusten – Europas höchste Küste. Eine Landschaft, so massiv und wild, dass ich mich für einen Moment klein fühlte. Und gar nicht mehr mutig, sondern tief beeindruckt von der Wildheit dieser Felsformationen.
Campen
An Yachthäfen kann man für kleines Geld stehen: günstiger als Campingplätze, aber mit allem, was man braucht – Dusche, Waschmaschine, Blick auf die Yachten und Meer. In Oskarshamn steht man mitten im Stadtzentrum am Hafen.
Temperaturen
Nachts oft zwischen 0 bis 3 Grad – unsere Daunendecke gab ihr bestes. Die Fleecejacke war mein obligatorischer Begleiter und eine Wollweste, wenn es tagsüber wärmer war.
Es wurde nicht mehr richtig dunkel. Wir hatten in Tafteå, bei Umeå, nachts um 0 Uhr immer noch Tageslicht, wenn auch gedimmt. Auch das ist Schweden.
Zurück ging es über die Mitte des Landes
Die Rückreise führte uns durch noch mehr Wälder, mehr Seen. Schneebedeckte Berge in der Ferne. Rauschende Flüsse. Inseln mit und ohne Häuser. Spaziergänge durch den Nationalpark Sonfjället.
Wenn du ein Land kennenlernen willst, geh zu Fuß“, heißt es. Und das taten wir.
Im Jämtland verbrachten wir 2 Tage auf der Woodland Ranch. Freistehen, mit anderen zusammensitzen und der Besitzer hat in seinem alten Schwedenofen für einen italienischen Moment mit Pizza gesorgt.

Tierwelt
Elche haben wir nicht gesehen, aber sie waren da, denn direkt vor unserem Van haben sie uns einen Haufen hingesetzt. Dafür Rentiere, alleine und in der Gruppe. Fazinierende Tiere und wunderschön. Von den Bibers sahen wir die Bauten, die sie an den Flüssen angelegt haben.
Wir haben im Jämtland einen kleinen Bären gesehen, da wo die Kleinen sind, halten sich in der Regel die Mütter auf. Die hielt sich aber bedeckt.
Was für eine Tierwelt. Ein Traum sie in freier Laufbahn zu sehen.
Fazit: Mit Graham on Tour
Was bleibt
Diese Reise hat mich verändert. Ich möchte weniger besitzen. Mehr spüren. Mehr lauschen. Ich möchte Menschen begegnen, nicht nur am PC sitzen und Daten herunter scrollen und auf fremde Leben schauen.
Mittendrin sein, fühlen, sehen, erleben und verarbeiten.
Ich habe Suchende getroffen, Fragende, Freigeister. Und viele, die einfach unterwegs waren, weil das Herz danach gerufen hat.

In mir juchzte das Kind. Die, die sich noch heute freut, wenn ein Van bepackt ist, die Tür zuschlägt und irgendwo in der Ferne ein neues Kapitel wartet.

Hejsan,
wir sind Sibille und Holger und zu uns gehören noch Merle (Irish Setter) und Frida (English Cockerspaniel). Seit 2017 hat uns Schweden für sich gewonnen.
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