
Das kleine Hotel auf Island
Autorin: Julie Caplin
Erschienen im: Rowohlt Verlag
Veröffentlicht: Mai 2020
ISBN-13: 978-3-499-00313-4
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Einleitung
Unwirkliche Natur, mit ihrer Rauheit, ihren heißen Quellen und der Weite. Island, ein Land, das anzieht, Urinstinkte weckt und Polarlichter, die einen begeistern. In dem Roman spielt alles davon eine Rolle, auch die Welt der Trolle. Nach anderen Titeln der Autorin griff ich zu diesem Band mit der Vorfreude auf eine warmherzige Geschichte im hohen Norden.
Der Roman nimmt uns mit nach Island. Gibt Einblick, lässt Spielraum für Zwischenmenschliches und zeigt, wenn man sich auf Neues einlässt, dass etwas Wunderbares entstehen kann. Die Geschichte selbst hat mich bis zum letzten Drittel des Buches mitgenommen. Dann leider verloren.
Inhalt
„Das kleine Hotel auf Island“. Wie auch in ihren anderen Büchern, dieser Reihe, versetzt uns die Autorin in eine andere Welt. In diesem Fall Island und ja, “Hygge” ist in jedem Fall dabei und Mut, Selbsterkenntnis, wenn man sich, wie die Hauptfigur “Lucy” wieder aus der Deckung trauen muss. Und sie tut es, mit ihrer Erfahrung und einem Team, auf das sie sich einlässt.
Protagonistin Lucy
Die Hauptfigur ist Lucy, die ihren letzten Job verloren hat, weil ihr Lebenspartner ihr übel mitgespielt hat. Sie will es sich und dem Betreiber des Hotels im Norden zeigen. Das sie kann, wenn man sie lässt und hofft auf einen Neustart. Island stand dabei nicht auf ihrer Liste.
Anmerkung: Kennen wir nicht alle Momente, in denen man am liebsten die Decke über sich zieht und doch hofft, dass alles gut wird.
Alles beginnt damit, dass sie vor verschlossenen Türen steht, in einen Pool fällt und dabei sollte ab jetzt alles gut werden. Mir gefällt dieser Einstieg, weil darin so viel Druck und Wille es zu schaffen, steckt. Ja, und dann ist da noch der gut aussehende Barkeeper, der sich mehr als einmal als wahre Unterstützung zeigt. Alex. Die Geschichte zeigt auch hier mal wieder: Wir sind nicht alle die, die wir vorgeben zu sein. Ihre Angestellte, der eng zusammengearbeitet werden soll, berichtet von Mythen, und das, wo Lucy doch eigentlich nur neustarten will und nicht auch noch gegen Trolle vorgehen will.
Die kleinen unvorhergesehenen “Missgeschicke” lassen sich nicht gleich verstehen und einige der Mitarbeiter aus ihrem Team verhalten sich seltsam. Aber letztendlich bringen die Geschehnisse, Lucy und Alex einander näher, als Lucy es geplant hat.
Konflikte: Geplanter Verkauf, Trollvolk und aufdringliche Filmer
Doch der Hotelbetrieb bringt handfeste Hürden mit sich:
- Der erste Schock: Gerade erst wieder Managerin und sie erfährt, dass das Hotel zum Verkauf steht. Verliert sie wieder alles, oder kann sie beweisen, dass sie die Lage meistert und dem Hotel seinen Glanz und damit zahlende Kunden gewinnen kann?
- Das Trollvolk: Als Londonerin hat man keinerlei Erfahrung, ob und wie man das Hudulfólk im Alltag berücksichtigt, ohne es zu verärgern.
- Filmcrew: Dann ist da noch das Filmteam, das rücksichtslos alles filmt, was ihnen vor die Linse kommt. Sich unsozial verhält und übergriffig ist. Ob es die Gäste sind, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Hotelpersonals und eben auch Lucy, für die das Filmen eine besondere Herausforderung ist.
Die Autorin Julie Caplin
Julie Caplin nimmt uns mit ihrer Romantik-Reihe in verschiedene Länder mit. Für viele ihrer Leserinnen, ich reihe mich ebenfalls in die Reihe ein. Sie schreibt, sodass man sofort in die einzelnen Geschichten eintaucht. Ob nun Paris, Brooklyn oder wie jetzt Island. Die Inhalte sind alle gleich aufgebaut und vielleicht sind die Bücher eine Auszeit vom Hier und Jetzt.
Wie ein warmer Kakao.
Meine Meinung
Den Roman habe ich an einem Tag gelesen. Die Geschichte mit ihren Haupt- und Nebendarstellern und Informationen zu Island haben es mir angetan.
Da ich in Schweden lebe und gar nicht weit entfernt zur norwegischen Grenze, kenne ich die Mythen um das Trollvolk. Ja, und das hat mir auch bei dieser Geschichte gefallen, dass Julie Caplin es eingewoben hat, ohne es zu belächeln.
Verloren hat sich mich im letzten Drittel. Als sich Lucy beim Vorstellungsgespräch in Schottland wiederfindet. Ihr altes “Islandteam” zu sich und ihrer neuen Aufgabe mitnimmt und Alex fester Bestandteil ihres Lebens ist. Das empfand ich zu abrupt und es hat mich leider nicht überzeugt.
Schade, denn ich mag den Schreibstil und die Geschichten, die einen für eine Zeit lang entführen.
Wer soll das Buch lesen?
- Leserinnen und Leser, die leichte, unkomplizierte Unterhaltung zum Abschalten suchen.
- Menschen mit Fernweh nach Island, Nordlichtern und schneebedeckten Landschaften.
- Fans der Romantik-Reihe, die das vertraute Wohlfühlmuster der Autorin schätzen.
- Wer keinen komplexen Spannungsbogen oder psychologischen Tiefgang erwartet, sondern einfach eine gemütliche Lektüre für kalte Tage möchte.
Mein Fazit zu „Das kleine Hotel auf Island“
Er passt in den Herbst oder Winter. Wenn du deine Bücherliste erstellst und gerne einen leicht verdaulichen Roman lesen möchtest, oder auch einen zweiten der Autorin, der in die Reihe passt.
Die Mischung aus Länderinformation, Eigenheiten der Protagonisten und einer Prise “Liebe” gefällt.
Wer sich unterhalten lassen möchte, ohne Tiefgang zu finden, ist genau hier richtig.
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Sibille Kurdts | Dalslandliebe
Buchliebhaberin und seit Kindesbeinen an eine leidenschaftliche Leserin. Mitglied in der Bücherei in Dalsland in Schweden. Der Zugang zu Büchern muss für jeden zugänglich sein.
Bei der Auswahl von Lektüre zählen für mich eine Tonalität, die mich sofort zum Weiterlesen reizt, Figuren, die mich überzeugen und Geschichten, die noch lange nach dem Zuklappen des Buchdeckels nachwirken. Jede Rezension beruht auf einem von mir selbst gelesenen Buch. Ich lese digitale Ausgaben und Paperback.
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